Bioethanol
Bioethanol als Treibstoff wird von vielen Staaten wegen der zunehmenden Bedeutung von Klimafragen, den hohen Benzinpreisen und Energieunabhängigkeitsbestrebungen gefördert. Zwischen 2002 und 2008 verdreifachte sich deswegen die Weltproduktion von Bioethanol. Bioethanol wird in ca. 75 Ländern produziert (rund 90 Prozent der ganzen Produktion in den USA und in Brasilien). Bioethanol ist ein bedeutender Wachstumsmarkt in Schwellen- und Entwicklungsländern, mit dem auch viele Arbeitsplätze verbunden sind.
In der Schweiz ist Bioethanol seit dem 1. Juli 2008 unter gewissen Voraussetzungen von der Mineralölsteuer befreit. Gleichzeitig ist das Einfuhrmonopol des Bundes gefallen. Ziel ist, damit den CO2-Ausstoss und die Luftschadstoffbelastung im Strassenverkehr zu reduzieren.
Das mittelfristige Jahrespotenzial von Bioethanol in der Schweiz wird auf 200 Millionen Liter beziffert, was einer flächendeckenden Beimischung von 5 Prozent Bioethanol zu Benzin entspricht und den CO2-Ausstoss um jährlich 0,47 Millionen Tonnen bzw. ein Prozent des inländischen Gesamtausstosses reduziert. Aktuell werden in der Schweiz ca. 4 Millionen Liter Bioethanol im Wert von 5 Millionen Franken verkauft, was knapp einem Promille des gesamten Benzinabsatzes entspricht. Über 180 Tankstellen bieten das Bioethanol an, als Benzin-Bioethanolgemische mit 5 Prozent (E5) oder 85 Prozent Bioethanol (E85).
Jedes Benzin-Fahrzeug ist mit Bioethanol E5 oder E10 (10 Prozent Bioethanol) kompatibel. Beim E85 werden die Flexi-Fuel-Fahrzeuge (FFV) eingesetzt, da es sich beim Motor um eine andere Technologie handelt. Auf dem Automarkt gibt es bereits verschiedene Auto-Hersteller, die einige FFV (Flexi-Fuel-Vehicles) – Saab, Volvo, Ford, Renault, um nur ein paar zu nennen – anbieten. Das Bioethanol stammt aus Skandinavien, wo es ausschliesslich aus Holzabfällen hergestellt wird und damit die Nahrungs- und Futtermittelkette nicht konkurrenziert.
Alcosuisse steht Ihnen für technische Auskunft gerne zur Verfügung.




